#94 Wie du mit "Rückschritten" umgehen kannst

Transformations - Inspiration

Eines möchte ich gleich zu Beginn klarstellen: Das Wort „Rückschritte“ ist im Titel in Anführungszeichen gesetzt. Aus meiner Sicht als Therapeutin und vor allem als Traumatherapeutin gibt es keine Rückschritte!...

 

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In dieser Folge erfährst Du: 

  • dass aus Erkenntnissen der Wunsch nach Veränderung entsteht
  • warum Verstehen nicht gleich Können bedeutet
  • wie innere Anteile auf Veränderung reagieren
  • dass innere nicht gleich äußere Wandlung bedeutet
  • dass Wohlwollen und Vertrauen essenziell in Entwicklungsprozessen sind

 

(Wie so oft möchte ich hier gleich am Anfang auf eine vorangegangene Podcastfolge hinweisen, die in diesem Thema super ergänzend ist. Die Folge heißt „Vertraue dem Prozess“. Du findest sie in den Shownotes verlinkt. Wenn du magst, höre sie dir im Anschluss oder vor dem Lauschen dieser Folge einmal in Ruhe an.) 

Es ist ein ganz häufiges Phänomen, dass Menschen auf ihrem Heilungs-, Bewusstseins- oder Entwicklungsweg, ganz gleich wie du es nennen magst, immer wieder Phasen erleben, in denen sie sich überfordert fühlen oder auch plötzlich inkompetent, von alten Mustern gebeutelt und einfach auf eine ganz unangenehme Weise unzulänglich fühlen. Solche Phasen oder solche Momente sind normal. Das kann ich aus meiner gesamten Erfahrung als Therapeutin mit absoluter Sicherheit sagen. Ich kann dir auch sagen, sie gehören zum Prozess. Ohne solche Phasen ist ein Prozess vermutlich nicht authentisch, nicht wirklich ehrlich und auch nicht wirklich tief. Solche Phasen haben klare und sehr wichtige Botschaften, die ich heute gerne für dich und mit dir in dieser Folge entschlüsseln mag.

Erkenntnismomente

Meistens begeben wir uns auf einen Heilungs-, Entwicklungs- oder Bewusstseinsweg, wenn wir so etwas erleben wie einen Schmerz, ein Symptom oder eine innere Not. Das ist häufig die Initialzündung, um auf einen Weg zu kommen. Es gibt also ein inneres Gefühl, ein inneres Empfinden, was ganz deutlich die Botschaft trägt, so wie das jetzt ist, kann das nicht weitergehen. Dann beginnt ein Weg. Dann versuchen wir mit unserem Verstand auf der kognitiven Ebene Antworten zu finden, was wir verändern können. An dieser Stelle begeben sich Menschen häufig in Therapie oder in Beratung, vielleicht machen sie Coachings oder sie beginnen zahlreiche Bücher zu verschlingen, und sich einfach intensiv auf die Suche nach Antworten zu begeben. Vielleicht erinnerst du dich an diese Phase auf deinem eigenen Weg. Auf der Suche nach Antworten, um aus Symptomen, Schmerzen oder einer Not herauszukommen. Optimalerweise, wenn es gut läuft, kommen wir auf einem solchen Weg dann an Erkenntnisse. Das bedeutet, es gibt auf der kognitiven Ebene Erklärungen für das, was wir erleben und dadurch Gefühle von Erkenntnis, von Begreifen und Verstehen. Das sind so wichtige Momente und Augenblicke in der Therapie, zum Beispiel in meiner therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Menschen und ganz besonders mit komplexen traumatisierten Menschen. Für Menschen, die beispielsweise Entwicklungstrauma erlebt haben, ist die Erkenntnisebene eine super wichtige Ebene. Deswegen mache ich so viel sogenannte Psychoedukation in meinen Sitzungen. Psychoedukation bedeutet im Grunde, zu erklären, wie ein Mensch in seiner inneren Dynamik „funktioniert“. Wenn wir unsere eigenen Dynamiken verstehen und dadurch Erkenntnisse schöpfen, dann passiert etwas so, so wertvolles. Nämlich, dass wir in die Lage kommen, den Blick auf uns selbst zu verändern, diesen Blick weit milder und wohlwollender zu gestalten und dadurch auch in eine Art friedvollere Haltung für den eigenen Prozess zu kommen. Das ist also etwas ganz, ganz wesentliches. Erkenntnismomente und Erkenntnisprozesse sind super wertvoll und ich genieße sie oft gemeinsam mit meinen Klientinnen und Klienten, weil sie einfach so guttun.

Verstehen heißt nicht können

Aus diesen Erkenntnissen wächst dann meistens ein Veränderungswunsch. D.h. wenn man etwas verstanden hat, dann wird auch viel schneller oder viel deutlicher klar, was man verändern möchte und was es braucht, um aus Symptomen, Schmerz oder Not rauszukommen. Gleichzeitig entstehen durch Erkenntnisse auch Erwartungen. Erwartungen an einen selbst. Vielleicht kennst du das, dass wenn du etwas verstanden hast, du unbewusst vielleicht die Erwartung an dich hast, dass du jetzt ab sofort die Sache anders machen müsstest. Dass du durch die Erkenntnis allein in die Lage versetzt sein müsstest, jetzt alles anders zu gestalten. Hier sind wir an diesem ersten kritischen Punkt in einem Heilungs- oder Entwicklungsweg. Denn bereits hier kann es sich so anfühlen, als würde man einerseits vorwärts kommen und andererseits feststecken. In dem Moment, in dem wir Dinge verstehen, entsteht oft eine innere Diskrepanz. Das Verständnis ist ein kognitives Begreifen, es ist eine Klarheit, die innerlich entsteht und gleichzeitig ist es aber noch nicht möglich, ganz und einfach anders zu handeln. Das bedeutet, in den Momenten, in denen man versteht, und diese Erwartung entsteht, braucht man dringend so etwas wie Geduld. So etwas wie Wohlwollen und so etwas wie das Zugestehen eines Raumes, den es braucht. Eines Raumes, in dem Zeit sein darf, in dem Möglichkeiten ausprobiert werden können und in dem Wiederholungen stattfinden dürfen. Anders gesagt, wenn du etwas verstehst, dann ist dir bewusst, was anders sein sollte aber, dass du es verstanden hast heißt noch nicht, dass du es kannst. Trotzdem entsteht die innere Erwartung es zu können. Diese Erwartung ist manchmal viel stärker oder viel größer als unsere Geduld oder unser Wohlwollen uns selbst gegenüber. Als erwachsene Menschen vergessen wir manchmal, dass wir genauso wie kleine Menschen Zeit brauchen, um etwas zu lernen. Lernprozesse sind super vielschichtige Prozesse. Alleine mit dem Verstehen ist etwas noch nicht gelernt...

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Shownotes:

 

 

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