#90 Verdeckte Glaubenssätze erkennen und wandeln

Transformations - Inspiration

Eigentlich gibt es bereits unglaublich viel Information, Podcasts und Videoblogs, Glaubenssatzbücher, Ratgeber und was nicht alles, zu diesem Thema. Deswegen möchte ich das heute aus der traumatherapeutischen Perspektive beleuchten, um nicht noch einen weiteren Titel hinzuzufügen, der vielleicht nur Wiederholungen bringt...

 

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In dieser Folge erfährst Du: 

  • Was Glaubenssätze sind und wie sie entstehen
  • dass negative Glaubenssysteme schon in der pränatalen, intrauterinen Phase entstehen können
  • wie schwer es ist, einen Glaubenssatz zu erkennen
  • dass Glaubenssysteme rigide und treu sind
  • dass es Zuwendung und Raum braucht für die Transformation von Glaubenssätzen

 

Ich möchte zuerst einmal einen freundlichen Gruß an dich rausschicken und hoffe, dass es dir gut geht in dieser sehr speziellen Zeit. Ich hoffe, dass du verbunden bist mit dem, was dir guttut, was dir Klarheit und Halt schenkt und dass du in guter Verbundenheit mit dir selbst in der Lage bist, bei all den Angeboten unterschiedlichster Sichtweisen, die zu finden, die deinem Inneren entspricht und die es dir ermöglicht, aus dieser Situation (Corona) etwas zu machen, was deinem Wachstum dient.

Ich möchte, bevor ich ins Thema einsteige, schon einmal sagen, dass ich glaube, dass das Thema „Glaubenssätze“ in dieser gegenwärtigen Situation (Corona) eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Denn ich glaube, dass wir alle diese Herausforderung, die wir individuell und gemeinschaftlich zu meistern haben, durch die Brille unserer bewussten oder unbewussten Glaubenssätze wahrnehmen und dass wir durch unsere Glaubenssätze, besonders wenn sie rigide sind, eingeschränkt sind in unserer Reaktion. Das heißt, es gibt Glaubenssätze, die wir in uns tragen, die vermutlich unsere Flexibilität einschränken. Ich werde in dieser Folge darüber sprechen, wie Glaubenssätze entstehen, wie es sein kann, dass Glaubenssätze verdeckt oder unentdeckt bleiben. Ich möchte etwas darüber sagen, wie man sie entdecken und enttarnen kann. Natürlich mag ich auch etwas dazu sagen, wie man Glaubenssätze, die nicht dienlich sind, wandeln und transformieren kann. Wie gesagt, werde ich das Ganze, wie gewohnt, aus der traumatherapeutischen Perspektive betrachten und wünsche dir viel Inspiration und mutmachende Information, die dich einladen mögen, zu forschen und dich weiter zu deinem wahren Wesen, jenseits alter Glaubenssätze, hin zu entwickeln. Mache es dir also, wenn du magst, zum Lauschen gemütlich und sorge für einen ungestörten Moment, sodass du ganz eintauchen kannst in meine Inspiration und vielleicht schon beim Zuhören, wenn du Erkenntnisse schöpfst, direkt eine kleine Wandlung oder eine wohltuende Bewegung in dir geschehen kann.

Was sind denn Glaubenssätze eigentlich?

Es gibt sicher sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Glaubenssätze zu definieren. Ich möchte es heute einmal so sagen, dass Glaubenssätze in aller Regel Prägungen sind, die zu einer inneren Realität werden, nach der wir uns dann ausrichten. Glaubenssätze entstehen, zumindest die, die sehr nachhaltig und treu sind, meistens früh durch Prägungen. Diese erleben wir dann so sehr als innere Realität, dass wir uns so verhalten, bzw. das, was uns geschieht und die Welt so reflektieren, dass diese Glaubenssätze auch unsere äußere Realität prägen/färben. Man könnte also auch sagen, dass Glaubenssätze, wenn man sie als frühe Prägungen oder generell als Prägungen betrachtet, neuronale Netzwerke sind. Ich nenne Glaubenssätze in meiner Arbeit lieber Glaubenssysteme. Denn sie sind für mich mehr als Sätze. Hinter einem sogenannten Glaubenssatz wie „Ich bin nicht genug!“, steht meistens ein gesamtes System an Gefühlen, an inneren Sätzen, an inneren Bildern, vielleicht auch ein Körpergefühl, oftmals eine Körperempfindung, vielleicht sogar eine Körperhaltung und auch die Idee, wie die Welt ist, wie unsere Beziehungen sind. Das entspricht auch der Theorie, dass Glaubenssysteme Prägungen sind. Denn Prägungen und ganz besonders frühe Prägungen sind immer vielschichtig. Sie sind oft so vielschichtig und komplex, dass sie die ganze Wahrnehmung bestimmen und damit auch die Identität. (An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich schon einmal vor einer ganzen Weile eine Podcastfolge zu Selbstbildern aufgenommen habe. Vielleicht magst du in diese Folge einmal reinhören, du findest sie in den Shownotes verlinkt.)

Wie Glaubenssätze entstehen

Schauen wir uns an, wie Glaubenssätze bzw. Glaubenssysteme entstehen und weshalb sie oft so treu und so solide sind. (Wie gesagt, aus der Traumaperspektive beleuchtet). Ich habe eben schon gesagt, dass man Glaubenssysteme oder -sätze auch als neuronale Netzwerke bezeichnen könnte. Hier möchte ich nun einmal wieder, noch einen Schritt weitergehen und die Anteiletheorie, die Ego State Therapie bemühen. Man kann Glaubenssysteme auch als Anteile betrachten. Das bedeutet, frühe Prägungen führen dazu, dass wir innere Anteile bilden, die eine eigene Meinung haben, ein eigenes Körperempfinden, ein eigenes Erleben, eine eigene Interpretation des Geschehens, ein eigenes Weltbild, ein eigenes Menschenbild haben und die sozusagen in ihrer Präsenz als Anteile das Glaubenssystem und den Glaubenssatz verkörpern. Also ein komplexes und ein sehr vielschichtiges, neuronales Netzwerk. Das gilt generell sowohl für positive Glaubenssätze/-systeme oder Anteile als auch für sogenannt negative. Als junge Menschen, als empfängliche, formbare, kleine Wesen, sind wir so enorm empfänglich für das, was wir von außen erfahren, dass wir gar nicht anders können als es zu internalisieren und daraus unsere Weltbilder, unsere Menschenbilder und auch unsere Selbstbilder also auch innere Anteile zu entwickeln. Das ist ganz vereinfacht gesagt, ein ganz natürlicher Prozess und die Art und Weise, auf die wir eine Persönlichkeit entwickeln, zu der wir uns als Menschen individuell entwickeln. Irgendwann geschieht ein Individuationsprozess und wir machen aus den vielen Prägungen etwas Eigenes. Zunächst einmal ist es jedoch so, dass wir viel aus Prägungen und Eindrücken von außen lernen und diese in uns schwingen. Es kann sein, dass sich daraus im Laufe eines Aufwachsens, im Laufe eines Erwachsenwerdens oder Reifens, so etwas ergibt wie eine schlüssige Persönlichkeitsstruktur. Ein Gefühl von runder, gesunder Identität, die sich immer weiterentwickelt und auch verändert aber die in sich schlüssig ist. Es kann auch sein, dass man irgendwann im Leben einmal merkt, irgendwie stehe ich mir selbst im Weg. Dann kommen die sogenannten Glaubenssätze ins Spiel. Wenn du es selbst von dir kennst, dass du dich irgendwann einmal auf den Weg gemacht hast, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen, dich selbst zu reflektieren, über dich selbst nachzudenken und nachzufühlen, dann wirst du früher oder später die Erfahrung gemacht haben, auf Glaubenssätze zu stoßen. In meinen Worten sind dies Glaubenssysteme oder innere Anteile, die Überzeugungen tragen, die dir in diesem Moment deines Lebens nicht mehr dienlich sind. Wir alle kennen es wahrscheinlich vom einen oder anderen Moment, oder der einen oder anderen Lebensphase, dass wir konfrontiert werden oder wurden, mit einer inneren Überzeugung, von der wir wissen, dass sie nicht mehr wirklich stimmt, die aber immer noch eine machtvolle Rolle in unserem Inneren spielt. Beispiele dafür sind unzählige, sicherlich auch in deinem eigenen Erleben vorhanden. Zum Beispiel solche Erlebnisse wie die, dass man etwas Neues gestalten möchte oder vielleicht eine Einladung des Lebens zu wachsen an einen herangetragen wird. Man erlebt sich mit einem inneren Impuls zustimmend, frohgemut und erfreut und mit einem anderen inneren Impuls zieht sich alles zusammen. Es taucht so etwas auf, wie eine innere Stimme, ein inneres Empfinden oder ein Körpererleben, was so etwas ausdrückt wie „Nein, das kann ich nicht!“, oder „Dafür bin ich nicht gut genug!“, „Dafür bin ich nicht schlau genug!“, oder was auch immer für ein Glaubenssatz innerlich berührt wird.

Eine andere Realität

Ich will darauf hinaus, dass wir Glaubenssätze und ganz besonders die verdeckten Glaubenssätze erst dann in unserem Leben überhaupt realisieren und wahrnehmen können, wenn wir die Begegnung mit einer neuen, mit einer anderen Realität erfahren. Wenn uns zum Beispiel jemand sagt, „ich möchte dich gerne gewinnen für dies oder jenes Projekt, denn ich weiß, du kannst das“ und wir innerlich spüren, „Dieser Überzeugung bin ich leider nicht.“. Wir kriegen in dem Moment also von außen eine andere Realität angeboten, eine neue Möglichkeit uns selbst wahrzunehmen oder auf uns zu blicken. In diesem Moment werden unsere innere Überzeugung, Glaubenssysteme, Glaubenssätze und Anteile, die Glaubenssätze tragen, berührt. Oftmals kommen sie uns erst durch diese Berührung ins Bewusstsein. Wenn es dann gut läuft, wenn man so etwas wie ein gewisses Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein schon entwickelt hat, dann sind diese Begegnungen mit neuen oder anderen Realitäten, die großen, ganz natürlichen Chancen des Lebens, alte, nicht stimmige Glaubenssätze und -Systeme zu überwinden und sie zu transformieren, indem man im Grunde einfach mit dem Fluss des Lebens geht. Leider ist das vor allem für Menschen, die Traumatisierung erlebt haben, die noch nicht ganz in Heilung gegangen sind, nicht so leicht. Die Begegnung mit einer anderen Realität, mit einer freundlicheren, helleren Realität, ist oftmals wie ein großer, innerer Konflikt. Wie eine große, Herausforderung. Manchmal löst diese Begegnung mit einer anderen Realität, wie ich es hier einmal nenne, so etwas aus wie ein inneres Erdbeben oder das Gefühl, dass der innere Halt auf einmal wie zerstoben ist. Dieser Konflikt oder diese starke Reibung entsteht bei Menschen mit Trauma in der Biografie vor allem dadurch, dass die alte Realität, in der die vielleicht sehr einschränkenden Glaubenssysteme wirken, immer noch eine sehr starke Realität im Inneren darstellt. Es hat damit zu tun, dass die inneren Anteile, die Glaubenssysteme, Muster, Sätze und all das, entstanden sind unter den starken Einflüssen der traumatischen Energie, um zu schützen. Das heißt, in dem Moment, wo eine neue Realität auf einen alten, im Trauma entstandenen Glaubenssatz, ein Glaubenssystem trifft, wird das im Inneren in gewisser Weise bedroht, was einmal entstanden ist, um Sicherheit zu stiften. Damit das ganz greifbar und klar wird, möchte ich hier einmal ein Beispiel nennen, das glaube ich, ziemlich plastisch ist.

Pränatales, intrauterines Trauma

Ich möchte in diesem Beispiel ein sehr frühes Trauma ansprechen, sogar ein Trauma, das vor der Geburt stattgefunden hat. Ein sogenanntes Pränatales, intrauterines Trauma. Ich möchte dir für unser Beispiel Ella vorstellen. Ella ist 23 Jahre alt und hat gerade angefangen zu studieren. Sie ist in einem Elternhaus mit mehreren Geschwistern verschiedener Väter aufgewachsen und hat eine sehr unstete Familiensituation in ihrer Kindheit erlebt. Ella hat gewissen Bindungs- und Entwicklungstraumatisierungen erlebt und hat deren Folgen in ihrer Jugend und ihrem frühen Erwachsenenalter eine Zeit lang mit Drogen und einem wilden Lebensstil kompensiert. Sie hat einige Jahre gesucht, bis sie sich jetzt für ihr Studium entschieden hat und sie ist entlastet, dass sie nun eine Richtung in ihrem Leben gefunden hat, auf die sie sich ausrichten kann und wo sie ein Stück Halt und Entwicklung für sich spüren kann. Ella ist seit einem dreiviertel Jahr mit einem jungen Mann zusammen, den sie an der Uni kennengelernt hat. Die beiden führen eine recht komplizierte Beziehung. Sie sind zwar verliebt aber sie können sich nicht so wirklich füreinander entscheiden und so ist das Ganze eher eine komplexe Geschichte. Völlig unerwartet und ohne darauf vorbereitet zu sein, oder sich das überhaupt jemals vorgestellt zu haben, wird Ella schwanger. Da die Schwangerschaft so überraschend kommt und so überhaupt nicht in Ellas Lebensphase passt, stürzt sie in eine schwere Krise. Sie hat keine Ahnung wie und ob sie das überhaupt bewältigen könnte, noch dazu ist die Beziehung so unstet. Ihr Freund ist ebenso schockiert und überfordert von der Botschaft der Schwangerschaft. Es gibt viel Angst, viel Schmerz und viel Konflikt zwischen den Beiden. Sowohl Ella als auch ihr Freund sind sich nicht bewusst, nicht klar, ob sie das Kind austragen wollen oder nicht. Das heißt, es gibt einige Wochen der Unklarheit, ob das Kind ins Leben kommen soll oder nicht. Ellas Freund sieht sich dieser Herausforderung nicht gewachsen und er wirkt auf Ella ein, mit der Absicht, dass sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen soll. Ella ist vollkommen hin und hergerissen und entscheidet sich nach einer großen, langen, inneren Auseinandersetzung mit viel Zerrissenheit dafür, das Kind auszutragen. Nach einer weiteren Weile trennt sich daraufhin ihr Freund von ihr, was natürlich ein erneuter, großer Schock für Ella ist. Daraufhin gerät Ella erneut ins Schwanken. Obwohl jetzt die Zeit für einen Schwangerschaftsabbruch verstrichen ist, gerät sie tief in Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, das Kind auszutragen. All das erzähle ich so ausführlich, weil es zur Folge hat, dass in den ersten Monaten der Schwangerschaft, Ella nicht in der Lage ist, sich ihrem Kind in ihrem Bauch zuzuwenden und eine Bindung aufzubauen. Diese tiefen, inneren Zweifel und die innere Zerrissenheit halten eine lange Weile in der Schwangerschaft an. Erst ungefähr in der Mitte der Schwangerschaft, wo Ella die Bewegungen des Kindes sehr stark spürt und viele Ultraschallbilder gesehen hat, entwickelt sich eine Bindung und ihr Herz öffnet sich wirklich für dieses Kind. Zum Zeitpunkt der Geburt ist Ella vollkommen einverstanden damit Mutter zu werden und es entwickelt sich eine schöne und gesunde Bindung zwischen den Beiden, obwohl die junge Mutter mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist. Später, als Ellas Kind aufwächst, wird deutlich, dass dieses Kind, ein süßes, wunderbares kleines Mädchen, von einigen tiefen Ängsten sehr geplagt ist. Die Kleine hat ständig die Sorge von ihrer Mutter verlassen zu werden. Es scheint ihr jegliches Urvertrauen zu fehlen. Selbst wenn die Mutter da ist, braucht die Kleine den Blickkontakt, den räumlichen oder der Körperkontakt, um zu spüren, ihre Mutter ist da. In den Beziehungen zu ihren Freundinnen neigt die kleine Tochter von Ella sehr zur Eifersucht. Sie hat das Gefühl ganz häufig nicht erwünscht zu sein und es scheint so als würde sie ihren Platz selten leicht finden. Ellas Tochter hat in den ersten Wochen und Monaten ihres Lebens im Mutterleib ihrer Mutter eine sehr starke und komplexe Prägung erhalten. Sie hat erlebt da zu sein und nicht wirklich wahrgenommen zu sein. Sie hat es erlebt, da zu sein und nicht erwünscht zu sein. Sie hat es erlebt, hier in diesem Raum zutiefst verbunden zu sein ohne Verbundenheit spüren zu können. (Es sei nur in Klammern erwähnt, dass man inzwischen sehr viel über pränatale und intrauterinere Traumatisierungen und auch Prägungen weiß. Es ist ganz erstaunlich, dass man heute weiß, dass derartige Erfahrungen sich tief in das Erleben und Empfinden eines Menschen einprägen können. Dass aus diesen sehr frühen Erfahrungen später Glaubenssysteme und innere Anteile entstehen.) Ellas Tochter hat ein inneres Glaubenssystem entwickelt, das solche Glaubenssätze enthält wie „Ich bin nicht erwünscht!“, „Ich habe keinen Platz im Leben.“, „Ich störe!“, „Es ist nicht möglich, zu vertrauen.“, „Möglicherweise ist das Leben bedroht, vielleicht werde ich verstoßen!“. Ich habe in diesem Beispiel mit bewusster Absicht ein vorgeburtliches Trauma, eine vorgeburtliche Prägung gewählt, da ich dir zeigen möchte, wie verdeckt Glaubenssysteme sein können. Je früher eine Prägung stattfindet, desto subtiler und verdeckter fühlt sie sich oft für einen Menschen im Laufe des Lebens an, da sie schlichtweg vollkommen mit der inneren Realität verschmolzen ist. Dieses Glaubenssystem entspricht dem Gefühl von Identität. Es entspricht dem Gefühl von Realität zutiefst. Da diese Tiefe an empfundener Realität so groß ist, ist es eben oft eine ziemlich weite Reise bis man derartige Glaubenssysteme in sich wirklich erkennen kann.

Woran erkennt man einen Glaubenssatz?

Auch diese Frage wurde mir von Hörerinnen und Hörern gestellt. Wie kann man Glaubenssätze erkennen, wenn sie für einen die absolute Realität darstellen. Per Definition können wir davon ausgehen, dass das, was wir hier Glaubenssysteme, Glaubenssätze oder innere Anteile, die derartiges tragen, nennen, Eindrücke oder Überzeugungen sind, die nicht mit der wahren Natur übereinstimmen. Dass also ein sogenannter negativer Glaubenssatz, der die Spitze eines Eisberges von einem negativen Glaubenssystem ist, nicht wirklich mit deiner wahren Natur zu tun hat, ihr nicht entspricht. Dass aber die Prägungen, die du erhalten hast, es dir erscheinen lässt, als wäre es die Wahrheit über dich. Woran erkennst du also, dass das was wir Glaubenssystem nennen, nicht wirklich stimmt? Woran erkennst du, dass zum Beispiel der Satz „Ich bin nicht erwünscht.“, nicht der Realität entspricht. Dass dieser Satz nichts aussagt über deinen Wert oder deinen Platz hier im Leben. Ich würde sagen, man erkennt Glaubenssysteme an drei Kriterien: Zum einen spürst du, wenn du genau hin spürst, dass darin eine Art Leere schwingt. Es kann sein, dass in dieser Leere, oder hinter dieser Leere, ein tiefes Gefühl von Traurigkeit oder Schmerz wartet. Dass also der Glaubenssatz so etwas ist, wie eine Identifikation, zu der du unbewusst ja sagst, um einen Schmerz nicht zu fühlen. Wenn ich davon überzeugt bin, ich bin nicht erwünscht, dann tut es mir nicht so sehr weh, wenn mir das Leute sagen, weil ich ja weiß, es ist so, es ist die Realität, an der ich nichts ändern kann, die stimmt, von der ich überzeugt bin. Du spürst in dem Glaubenssatz eine Leere und dahinter einen Schmerz, der nicht gespürt worden ist. Das ist also das erste Kriterium. Das zweite Kriterium ist folgendes: Glaubenssysteme sind in der Regel unflexibel und rigide. Das heißt, du kannst noch so viel innere Überzeugung entwickelt haben, dass das eigentlich nicht stimmt, dass das irgendwie gar nicht mehr angemessen ist und trotzdem verändert sich an dem Glaubenssatz nichts. Er verändert sich also nicht mit deinem Wachstum, er bleibt rigide. Er bleibt in seiner Einfachheit oder auch in seiner Komplexität vollkommen rigide und unflexibel. Das dritte Kriterium gehört im Grunde zum zweiten dazu, nämlich dass ein sogenanntes Glaubenssystem bzw. der Anteil, der es trägt, um zu schützen, vollkommen treu ist. All das ist solide und treu. Also eine Leere mit einem Schmerz dahinter, Inflexibilität und Rigidität und eine stabile, solide Treue. Du erkennst also Glaubenssysteme daran, dass sie nicht in der Lage sind sich zu entwickeln und moderater zu werden.

Glaubenssysteme in Transformation bringen

Wie kann es denn dann gelingen, dass man Glaubenssysteme und Glaubenssätze oder Anteile, die das tragen, in Wandlung, in Transformation bringen kann? Wie so oft, wie eigentlich immer, ist in meinen Augen ein Mittel, das Mittel zur Transformation die innere Verbundenheit. Glaubenssysteme, -sätze sind wie gesagt, so rigide und so starr, weil sie entstanden sind, um zu schützen. Weil sie eine innere Realität darstellten, die du übernehmen musstest, um einen Schmerz aushalten zu können. Es braucht also, damit du diese Glaubenssysteme wandeln kannst, eine Zuwendung zu dir, in der du dir erlaubst einen Raum für eine neue Realität zu schaffen. Du schaffst also in dir Räume für neue Realitäten und auch in der Konsequenz im Außen Räume, um neue Erfahrungen zu machen. Um das gestalten zu können ist es wichtig, dass du dich um deine innere Verbundenheit zu dem Unversehrten in dir kümmerst. Dass du also deine innere Verbundenheit zu dem Aspekt deines Wesens, das unversehrt geblieben ist, also zu deiner wahren Natur, pflegst und etablierst. Hier könnte man natürlich ein weiteres Fässchen aufmachen und sich fragen, wie das denn geht? Aber ich halte das hier einmal ganz einfach, denn in deinem tiefen Inneren spürst du es und hast es immer gespürt, dass es da eine andere Realität gibt. Etwas in dir ist schon immer, immerzu und für immer verbunden mit dieser wirklichen Wahrheit, mit dem Empfinden, dem Erleben und dem tiefen Bewusstsein dafür, dass du ein wunderbarer Mensch bist, einzigartig, zutiefst willkommen, erwünscht, wertgeschätzt, geachtet und gesehen, geliebt und dass du all das verdient hast. Dass du all das von Natur aus bist, das weiß etwas tief in deinem Inneren. Dem kannst du dich zuwenden, indem du dich deinen Gefühlen und deinem inneren Erleben öffnest. Räume für neue Realitäten zu schaffen, bedeutet also, dir neue Erlebensspielräume zu schaffen. Dir Gelegenheiten zu schenken, in denen du dich anders erleben kannst. Selbst wenn ich vorhin klar und deutlich gesagt habe, dass die Sätze und die Systeme solide, rigide und unflexibel sind, so sind deine inneren Anteile, die diese tragen, immer in der Lage zu lernen. Wenn du dich also deinem fühlenden Inneren zuwendest und dann Erlebensräume schaffst, in denen diese inneren Anteile andere Erfahrungen machen können, dann können sich deine Anteile so entwickeln, dass sie nach und nach diese unflexiblen, rigiden, alten Sätze loslassen können. Dass sie diese alten und rigiden Überzeugungen über sich nach und nach, ich nenne es einmal, in ein heiliges Vergessen hineinführen können. Denn die neuen Erfahrungen, das neue Erleben sind einfach nährend. Es liegt also ganz viel in deiner Macht, in deinen Möglichkeiten, alte Glaubenssysteme und Sätze zu wandeln, wenn du es dir gönnst, dich dir und deinen inneren versehrten Anteilen, die all das tragen, zuzuwenden und dir Räume zu schaffen, in denen es dir gutgeht. Dich zum Beispiel zu umgeben mit Menschen, die dich wirklich schätzen, Kontexte zu meiden, in denen deine alten Glaubenssysteme bedient und bestätigt werden, Freundschaften, Partnerschaften zu pflegen in denen du Möglichkeit bekommst, schönes, neues zu lernen. Vielleicht bedeuten neue Handlungsmöglichkeiten, -spielräume und Erlebensrealitäten auch eine Therapie oder ein ganzheitliches Coaching zu machen. Alle Räume, in denen du dir selbst geschützt, wohlwollend und lebenszugewandt begegnen kannst, sind Räume, die Realitäten bringen, in denen deine alten Prägungen und die daraus entstandenen Glaubenssysteme sanft schmelzen können. Dazu möchte ich dich von Herzen einladen. Das gilt tatsächlich für Prägungen, die aus Trauma entstanden sind und für alle anderen auch. Es ist möglich hier zu wachsen und zu entwickeln und tatsächlich darüber hinauszuwachsen, was an Prägungen bisher entstanden ist. In diesem Sinne mag ich dich herzlich ermutigen das zu tun, und für dich neue, schöne Räume zu schaffen.

 

Shownotes:

 

 

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Ich wünsche dir viel Freude und Inspiration beim Lauschen. Ich freue mich riesig über Kommentare (z.B. auf Instagram @kreativetransformation), in denen Du teilst, was Dich in dieser Folge berührt hat. Ich freue mich sehr, dass wir verbunden sind!

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