#87 Selbstbestimmung und Verbundenheit

Transformations - Inspiration

Ich schätze wir kennen es alle in unterschiedlichem Maße: das Gefühl abhängig zu sein oder angewiesen zu sein auf die Meinung anderer. Ich denke du kennst es so wie ich, dass es berührt, wenn jemand auf eine Art und Weise anderer Meinung ist, die einem selbst ein ungutes Gefühl gibt...

 

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In dieser Folge erfährst Du: 

  • warum wir dazu neigen, uns von der Meinung anderer abhängig zu fühlen
  • dass Autonomie und Bindung sich nicht gegenseitig ausschließen
  • was innere und die äußere Autonomie bedeuten
  • dass Bindungs- und Entwicklungstraumata die Autonomieentwicklung stören
  • wie man die Folgen davon transformieren kann

 

Ich glaube wir alle kennen es mehr oder weniger unbewusst oder manchmal auch bewusst, anderen gefallen zu wollen oder es ihnen recht zu machen. Viele, viele Menschen, mit denen ich in der Praxis arbeite, kennen dieses Gefühl oder auch die Spannung, die in der Dynamik steckt, sich nicht wirklich frei zu fühlen. Es greifen immer wieder alte Muster, wo es darum geht, gefällig oder lieb oder angepasst zu sein. Viele Menschen in meiner Praxis arbeiten aktiv und manchmal mit sehr viel Kraftaufwand daran, diese Muster abzubauen, weil sei eigentlich schon wissen, dass sie nicht abhängig sind und sich schon gar nicht abhängig fühlen wollen, von der Bewertung, der Meinung, der Reaktion anderer Menschen. Warum ist das so schwer? Warum scheint es ein Widerspruch zu sein und was hilft, da heraus zu finden? Darum soll es in dieser Folge gehen. Ich werde dir also etwas darüber erzählen, wie ich mir aus meiner traumatherapeutischen Sichtweise das Phänomen erklären kann, dass wir häufig dazu neigen, uns abhängig zu fühlen von der Meinung anderer Menschen. Ich möchte darüber etwas erzählen, was das Ganze unter Umständen mit Entwicklungs- und Bindungstrauma zu tun hat, und ich möchte natürlich auch etwas dazu sagen, was helfen kann, das Bewusstsein darüber zu erlangen, nicht abhängig sein zu müssen und was helfen kann, wirklich die Muster zu verändern, wenn dieses Bewusstsein da ist.

Spannungsverhältnis Bindung und Autonomie

Die Frage, die meine Hörerin gestellt hat, könnte man auch so formulieren „Wie kann es gelingen, meinen eigenen Weg zu gehen und trotzdem eingebunden zu sein in eine Gemeinschaft?“ Ich finde es interessant und zugleich natürlich nachvollziehbar, dass hier überhaupt ein Widerspruch oder ein Spannungsverhältnis wahrgenommen wird. Es scheint ein Widerspruch empfunden zu werden, zwischen dem eigenen Weg und dem Eingebundensein in eine Gemeinschaft. Vermutlich gibt es Erfahrungen im Inneren einer Person die so denkt oder fühlt, dass es schwer zu sein scheint oder nicht gelingen kann, in einer Gemeinschaft eingebunden zu sein mit einer eigenen Meinung, einem eigenen Weg, einem eigenen Lebensstil. In unserer demokratischen Gesellschaft mit den Werten die wir vertreten in einer Demokratie, sind Selbstbestimmung und die Meinungsfreiheit zum Beispiel Werte, die sogar im Grundgesetz verankert sind. Dennoch empfinden wir es auf einer emotionalen Ebene nicht als selbstverständlich, dass wir mit diesen Werten angenommen sind. Meine Erklärung dafür ist, dass das Spannungsfeldvzwischen Bindung und Autonomie, das wir alle in einer gewissen Entwicklungsphase unseres Lebens erlebt haben, sich darin widerspiegelt. Ich glaube, dass unser Bedürfnis nach Bindung dem Wunsch entspricht, in einer Gemeinschaft eingebunden zu sein und dass unser Bedürfnis nach Autonomie dem Wunsch entspricht, einen eigenen Weg in Freiheit und Unabhängigkeit zu gehen. Bindung und Autonomie sind Elemente unseres natürlichen, fühlenden Wesens. Von Natur aus schließen sie sich nicht gegenseitig aus, stehen auch nicht in einem feindseligen Verhältnis zueinander, sondern in einem gewissen Spannungsfeld, was immer wieder Balance braucht.

Was ist Bindung optimalerweise?

Bindung ist optimalerweise das, was ein Kind frühkindlich erfährt in Interaktion mit seinen wichtigsten Bezugspersonen, vor allem der Mutter. Es ist das, was sich zu einem Gefühl und einem Zustand des Verbundenseins und des Eingebundenseins, des Angebundenseins entwickelt. Das Gefühl, sicher gebunden zu sein, das Gefühl verbunden zu sein auf eine sichere und haltgebende Art und Weise, gibt dem Kind die wichtigste Nahrung, die es neben der körperlichen Nahrung braucht. Nämlich die Nahrung des Gefühls angenommen zu sein, beschützt zu sein, geliebt zu sein, und zwar bedingungslos. Eine sichere Bindung gibt uns das Gefühl, dass wir wohlwollend wahrgenommen sind, dass unsere Bezugspersonen, die Personen, auf die wir angewiesen sind und mit denen wir aufs tiefste verbunden sind, uns so wie wir sind akzeptieren, annehmen, lieben. Dass sie uns so, wie wir sind, unterstützen, fördern und auch fordern. Eine sichere Bindung ist ein unglaublich wertvolles Elixier, ein Lebenselixier, ein Heilungselixier und die Basis für alles, was wir später in Beziehungen als wertvoll und wohltuend erfahren. Bindung ist also optimalerweise etwas sehr natürliches, wohltuendes, etwas was uns nicht einschränkt, sondern etwas, was uns Halt gibt. Halt geben und gehalten sein haben nichts zu tun mit eingeschränkt sein oder festgehalten sein. Das wäre also Bindung, optimalerweise.

Innere und äußere Autonomie

Was ist Autonomie optimalerweise? Das Autonomiebestreben, das wir frühkindlich, also ungefähr ab dem 2. Lebensjahr, beginnen zu entwickeln, ist ein Bedürfnis, das unserer tiefsten Natur entspringt. Ich möchte hier einmal unterscheiden zwischen innerer und äußerer Autonomie...

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