#80 Wenn die Mutter narzisstisch ist

Transformations - Inspiration

Mit einer narzisstischen Mutter aufzuwachsen bedeutet, in einem feindseligen und hochkomplexen Beziehungsgefüge aufzuwachsen. Das hat natürlich Folgen...

 

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In dieser Folge erfährst Du: 

  • welchem Zweck Kinder narzisstischer Elternteile dienen sollen
  • welche Mittel emotionaler Gewalt narzisstische Eltern anwenden
  • dass narzisstische Persönlichkeiten eine sogenannte Vernichtungsbereitschaft besitzen
  • was die Folgen aus einer solchen Beziehung sind und wie man sich auf den Weg der Heilung begibt

 

Empfehlung: Ich lade dich ein, dir die Folgen #45 Löse Dich aus toxischen Verbindungen,#46 Toxische Menschen erkennen / verstehen / mit ihnen umgehen,#47 Wenn die Familie toxisch ist und #48 Heile Wunden, die toxische Menschen Dir zugefügt haben, falls du sie noch nicht gehört hast, in Ruhe anzuhören, um die Informationen aus dieser Folge richtig einordnen zu können. Du findest sie unten in den Shownotes verlinkt

Dir ist vermutlich sehr bewusst, dass uns die Bindung zu unseren nahen Bezugspersonen in der Kindheit sehr prägt. Dass also das, was wir von unseren nahen Bezugspersonen in unseren frühen Jahren lernen, einen großen Einfluss auf unser späteres Leben hat, sowie auf unser Empfinden und Bewerten von uns selbst, von anderen Menschen, von der Welt. Wahrscheinlich weißt Du auch, dass sich unsere Beziehungsmuster aus der frühen Kindheit in unseren späteren Beziehungen spiegeln und dass es oft ein reichhaltiger, herausfordernder, manchmal sehr anstrengender Weg sein kann, aus diesen frühen Prägungen in eine eigenständige und wahrhaftige Präsenz im Leben herauszuheilen. Wenn wir toxische Elternteile haben, also Elternteile die emotionale, psychische oder auch körperliche Gewalt auf uns ausüben, dann erleiden wir schwere Traumatisierungen. In dieser Podcastfolge soll es nun darum gehen, was für eine Auswirkung es auf ein kindliches Gemüt hat und auf das weitere Leben, wenn eine Mutter toxisch im Sinne der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist. Hier sei nochmal auf die Folgen, die du in den Shownotes findest, verwiesen.

Narzisstische Mütter

Warum gibt es eine extra Folge zu narzisstischen Müttern? Das hat vor allem mit dem Wunsch meiner Hörerinnen und Hörer zu tun und es ergibt auch Sinn. Denn die Beziehung zur Mutter ist in der Regel in der Kindheit die engste und die wichtigste Beziehung, weil die Beziehung zur Mutter naturgemäß eine sehr nahe Bindung beinhaltet. Die Mutter ist optimalerweise der Mensch, bei dem man sich sicher fühlen kann, sich gesehen fühlt, Geborgenheit und Wohlwollen erfährt und bedingungslos geliebt ist. So dass man sich in seiner eigenen Art, in seiner eigenen Persönlichkeit, mit all den Bedürfnisse, Ängsten, Nöten, Talenten und Begabungen ganz entspannt entfalten kann. Diese optimalen Bedingungen sind bei einer narzisstischen Mutter komplett abwesend, nicht vorhanden und sogar das Gegenteil ist der Fall. Mit einer narzisstischen Mutter aufzuwachsen bedeutet, in einem feindseligen und hochkomplexen Beziehungsgefüge aufzuwachsen. Das hat natürlich Folgen.

Merkmale in der Beziehung zu einer toxischen Mutter

Diese Merkmale leiten sich alle davon ab, dass die narzisstische Mutter, die narzisstische Person, ihr eigenes Selbst als kohärentes Gefüge im inneren nicht spüren kann. Dass es das in ihrer Wahrnehmung nicht gibt. Diese Mutter strahlt also eine gewisse Leere aus, die in ihrem Inneren Raum einnimmt und die kompensiert werden muss mit allerlei, teilweise grauenvollen, Strategien. Dadurch, dass diese Person kein eigenes wirkliches Selbstempfinden hat, muss sie sich alle Bestätigung und alle Energie von außen holen. Das bedeutet ganz einfach heruntergebrochen, dass die Existenzberechtigung und der Daseinszweck des Kindes, was schon ein völlig unpassendes Wort in einer Eltern-Kind-Beziehung ist, ausschließlich darin besteht, dass das Kind der narzisstischen Mutter zur Kompensation ihrer eigenen inneren Leere dienen möge. Dieses Dienen kann darin bestehen, Schmuck zu sein nach außen oder auch der narzisstischen Zufuhr zu dienen, also die innere Leere zu füllen um den eigenen Selbstwert, der nicht da ist, aufzumöbeln und zu nähren in einer Unersättlichkeit. Es kann genauso gut sein, dass das Dienen darin besteht, Projektionsfläche zu sein für den ganzen inneren Selbsthass, die ganze innere Selbstablehnung und die Autoaggression, die so ein Mensch in sich trägt, die aber komplett nach außen gekehrt wird. Kinder eignen sich sehr gut, um Aggression an ihnen auszulassen.

Das Kind als Objekt der eigenen Bedürfnisse

Es ist tragisch, es ist schrecklich und ich spreche hier wirklich von einer der schlimmsten Traumatisierungen, die es in der Kindheit geben kann. Weiter ausgeführt bedeutet das im Grunde, wenn du ein Kind einer narzisstischen Mutter bist, dann war deine Existenzberechtigung an Bedingungen geknüpft. Dein Dasein war nicht einfach normal, sondern nur unter Bedingungen geduldet. Das bedeutet, du warst ein Objekt. Wenn deine Mutter wirklich eine narzisstische Störung hat, dann bist du das auch heute noch. (Ich spreche dich jetzt hier im „Du“ an, wenn du nicht betroffen bist, dann lass das einfach an dir vorbeigleiten.) Kinder narzisstischer Eltern sind Objekte. Objekt der Bedürfnisse und der Projektion des narzisstischen Menschen. In der Folge ist das so, dass du dich in der Regel gezwungenermaßen dementsprechend verhalten hast in deiner Kindheit. Du hast es gelernt, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen und mit den Projektionen irgendwie umzugehen. Wenn man Objekt für jemanden und dessen Bedürfnisbefriedigung ist, dann wird man ausgebeutet. Kinder narzisstischer Eltern werden in ihrer Kindheit emotional, psychisch und manchmal auch körperlich ausgebeutet.

Lausche und Lese immer in Fürsorge für dich selbst

Nun gehe ich etwas ins Detail. Wenn ich das jetzt tue, geht es vor allem darum, dass Strukturen und Mechanismen erkannt werden und ins Bewusstsein kommen können, sodass es später möglich ist, und das ist dann bereits der Heilungsweg, auf den man sich begeben kann, differenzieren zu lernen und Muster erkennen zu können. So dass man nach und nach herauswachsen kann aus den übernommenen Mustern aus der Kindheit, aus den übernommenen Glaubenssätzen, aus dem Selbstwertgefühl, was sich daraus entwickelt hat. Nur dazu soll es dienen. Natürlich ist das jetzt ein Spaziergang in Richtung Beschreibung emotionaler Gewalt, was nicht schön zu lauschen ist. Solltest du selbst betroffen sein, dann mache es dir gemütlich, sorge für dich. Vielleicht magst du eine heiße Schokolade oder eine Wärmflasche auf dem Bauch oder für die Füße. Vielleicht möchtest du noch einmal tief durchatmen. Wenn du merken solltest, dass es dir hier beim Lesen oder Hören nicht so gut geht, dann überlege dir ob du vielleicht nochmal unterbrichst und zu einem anderen Zeitpunkt weiter hörst, wenn du Raum für dich schaffen und gut für dich sorgen kannst.

Verwirrende Inszenierungen aus Abwertung, Schuldzuweisung und Manipulation

Die psychische und emotionale Gewalt, die von toxischen Elternteilen ausgeht, ist sehr vielschichtig. Hauptmittel mit denen hier bewusst oder unbewusst gearbeitet wird, sind vor allem die Mittel der Abwertung, Schuldzuweisung und Manipulation. Die Abwertungen, die häufig stattfinden, beziehen sich in der Regel auf den Kern deines Selbstwertgefühls. Abwertung ist hier in diesem Kontext etwas komplett Totales. Es gibt hier keine Differenzierung. In einer solchen Beziehung hast du nicht die Möglichkeit etwas richtig oder recht zu machen, auch wenn du dem oft hohen Leistungsanspruch, den dieses Elternteil an dich hat, versucht hast, aufs höchste gerecht zu werden. Diese Abwertung ist auch ambivalent oder zweischneidig. Es gibt in solchen Familien einen ganz großen Unterschied zwischen dem was hinter verschlossenen Türen geschieht und was nach außen gezeigt wird. Das bedeutet, dass du möglicherweise nach außen als Schmuck dienen musstest und mit gewissen guten Leistungen von dir geprahlt wurde. Hinter verschlossenen Türen war allerdings nichts gut genug, was eine ganz schön verwirrende Inszenierung ist. Zu dieser Abwertung, das geht in Richtung Manipulation, gehört das Absprechen der eigenen Gefühle und der eigenen Wahrnehmungen. Das, was du fühlst und das, was du wahrnimmst, wird generell in Frage gestellt oder abgetan als nicht richtig oder gar nicht begründet. Das gilt auch für eigene Bedürfnisse, die abgesprochen werden und die keinen Raum bekommen, sondern als vollkommen unangemessen und anmaßend dargestellt oder einfach ignoriert werden. Diese Geschichte mit der Außenwirkung und dem, was hinter geschlossenen Türen geschieht, zeigt sich häufiger auch in einem spaltenden Verhalten der narzisstischen Mutter. Zum Beispiel in einem Lästern und Schlechtreden von anderen Personen hinter verschlossenen Türen, während diese Leute im Umgang hofiert werden oder mit flötender Stimme begrüßt, umarmt und geherzt werden. Diese verwirrenden Verhaltensweisen wirken sich natürlich auf eine kindliche Psyche stark aus, sodass das zur Folge hat, dass es im inneren keine sichere Referenz dafür gibt, was richtig oder falsch ist, wie man es richtig oder falsch macht und wem man überhaupt vertrauen kann. Was sich natürlich im späteren Leben in Beziehungen auch spiegelt. Diese innere Prägung ist auch später noch spürbar. Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung oder mit so ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitszügen, sind nicht immer nur in dieser Eiseskälte, also dieser empathielosen Haltung gegenüber einem Kind. Gelegentlich neigen sie zum Drama. Zu einer hohen emotionalen Energie. Die „schmachvolle Zerknirschung“ ist ein Wort, was in der Beschreibung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung bei Wikipedia auftaucht. Also mit der Kälte wechselt sich häufig eine emotionale, hoch geladene Energie ab. Die wird häufig inszeniert mit einer Schuldzuweisung. Zum einen kann die Schuldzuweisung in der Kälte geschehen durch solche abwertenden Sätze wie „Die Schwangerschaft mit dir hat meine Figur ruiniert.“, „Wenn du nicht wärst, hätte ich meine Berufsausbildung zu Ende bringen können, ich wäre ganz woanders, wenn du nicht mein Kind wärst.“, „Du bist schuld an diesem und jenem …“. Die Schuldzuweisung in alle Richtungen ist möglich. Das ist kalt, empathie- und gefühllos. Es kann auch Schuldzuweisungen geben, die hochemotional und heiß-emotional sind und einem Kind das Gefühl geben, dass es besser wäre, es wäre nie geboren worden. Wenn du betroffen sein solltest, dann wirst du dich vermutlich leider auch an solche Szenen erinnern. Das ist manchmal sehr exaltiert, sehr hysterisch und eben so emotional, dass es einen in völlige Hilflosigkeit, Ohnmacht und Bestürzung stürzt. All das gehört zur Kiste Manipulation und emotionale Erpressung. Denn wenn du ein Schuldgefühl entwickelst, wenn du mit der Wucht der Wut getroffen wirst in der Kombination mit Eiseskälte oder mit einem emotional heißen Drama, dann gerätst du als Kind automatisch in eine innere Haltung der Überverantwortlichkeit. Du bekommst suggeriert, dass dein Dasein verantwortlich ist für die emotionale Befindlichkeit deiner Bezugsperson. Das kann nur eine verheerende Wirkung haben auf eine kindliche Psyche.

Kontrollierbares Objekt oder Bedrohung

Etwas weiteres ist sehr einzigartig in der Beziehung zwischen toxischen Eltern und ihren Kindern. Diese Kinder, die im Grunde Objekte der Bedürfnisbefriedigung ihrer Eltern sind, sind entweder dienend und dadurch kontrollierbar oder sie sind eine Bedrohung. Du bist entweder, solange du dienst, das Objekt, das kontrolliert werden kann oder du bist eine Bedrohung. Deshalb ist es so schwierig für narzisstische Eltern, ihre heranwachsenden Kinder irgendwann loszulassen, weil sie dann nicht mehr kontrollierbar sind und zur Bedrohung werden. Natürlich haben Kinder, auch die narzisstischer Eltern, ab einem gewissen Alter ein Autonomiebestreben. Dieses Bestreben ist ein sehr kritischer Punkt, eine sehr kritische Energie in dieser Beziehung. Kleine Randnotiz: Manche narzisstischen Elternteile können ihre Kinder in der Kleinkindphase und Kleinst-Kind-Phase sogar relativ gut versorgen. Vielleicht sogar mit einer möglichen Wärme, mit einer Zugewandtheit, mit einer -soweit es eben möglich ist oder in dieser Person vorkommt- liebevollen Energie. Sobald das Kind ein Autonomiebestreben entwickelt oder überhaupt sowas wie einen eigenen Willen, sobald das Kind nicht mehr ganz kontrollierbar ist, wird es schwierig und das Kind wird nach und nach zum Objekt. Anders ausgedrückt, können ganz kleine Kinder auch von narzisstisch erkrankten Menschen noch als Subjekt wahrgenommen werden, sowie auch manches süße Tier. Aber dann eben ab einem gewissen Punkt der eigenen Energie, werden sie zum Objekt gemacht, weil sie nicht mehr kontrollierbar sind.

Grenzüberschreitungen und fehlende Sicherheit

Ein Beispiel unter vielen Einzigartigkeiten in solchen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern ist die Ungleichbehandlung von Geschwistern. Wenn Geschwister da sind ist es häufig so, dass eines der Geschwister zum Goldkind erhoben wird und das andere als schwarzes Schaf behandelt wird. Wer diese Rolle bekommt, ist völlig egal, es hat überhaupt nichts mit den Kindern zutun, wie auch natürlich alles andere nicht. Diese Spaltung in zwei verschiedene Lager wirkt sich auch sehr destruktiv auf die kindliche Psyche aus, weil die Kinder gegeneinander aufgewiegelt werden. Weil durch die Ungleichbehandlung selbstverständlich wieder 0,0 Referenz gegeben ist, wie man sich zu verhalten hat, damit man sicher ist. In der Beziehung zu einem narzisstischen Elternteil ist man niemals sicher. Das ist eine der großen tragischen Aspekte, die natürlich später ihre große Auswirkung im Sinne der Bindungstraumatisierung entfalten. Kontrolle ist ein sehr wichtiges Thema. Wenn jemand einen anderen Menschen kontrollieren will, dann kann er keine Grenze dieser anderen Person achten. Das heißt, es ist eine permanente Grenzüberschreitung in einer solchen Beziehung vorhanden, denn es gibt keine Grenze, die gestattet wird. Hierzu gibt es zahlreiche Beispiele, die mir KlientInnen beschrieben haben. Von nicht existenten oder immer offenstehenden Zimmertüren. Von dem Eindringen in die Intimsphäre im Badezimmer oder auch wenn Besuch da ist in die Kinderzimmer, in die Jugendzimmer. Natürlich wird auch keinerlei Schamgrenze geachtet. Es wird über jede Grenze hinweggegangen. Als ein Kind, ein Opfer narzisstischer Eltern darfst du nicht dein Leben leben. Dann wärst du nicht mehr kontrollierbar und würdest nicht mehr als Zufuhr als Schmuck oder als Projektionsfläche dienen, wenn du dich entzögest.

Vernichtungsbereitschaft narzisstischer Persönlichkeiten

Das hat zum Beispiel die Wirkung, dass kein Partner oder keine Partnerin gut genug ist für die narzisstische Mutter. Hier habe ich unglaubliche Geschichten gehört von Hochzeitsreden, die den Partner oder die Partnerin offen abwerteten vor der ganzen Gesellschaft, bis hin zu fortwährenden Abwertungen der Partnerin oder des Partners in Gesellschaft, vor den Enkelkindern und vor einfach jedem möglichen andern Menschen, der in Beziehung zu dem Kind der toxischen Mutter oder des toxischen Vaters steht. Das ist wieder einmal die spaltende und die abwertende Energie, die hier auf den Selbstwert zielt und auch auf das eigene Leben, das gestaltet werden will. Narzisstische Eltern lassen kein Abnabeln zu und kein Loslassen. Besonders die Mütter. Sie sind diejenigen, die sich das Grundstück neben dem Grundstück kaufen, auf dem du mit deinem Partner oder deiner Partnerin ein Haus bauen möchtest. Sie sind die, die schon in jungen Jahren ankündigen, dass du dich um sie kümmern musst, wenn sie alt sind und dass du dann etwas zurückzugeben hättest. Leider, leider und da möchte ich auch noch einmal darauf eingehen, mit ein paar Beispielen, das ist eine der härtesten Seiten, gibt es manchmal so etwas wie eine Vernichtungsbereitschaft in der narzisstischen Mutter oder dem Vater. Das klingt sehr krass, aber es gibt so etwas wie Vernichtungswille in toxischen Persönlichkeiten, weil das Gegenüber zu einer Bedrohung werden kann. Sobald du zu einer Bedrohung wirst, weil du ein eigenes Leben lebst, einen eigenen Willen entwickelst, ein eigenes Bedürfnis zeigst, wirst du häufiger auch von der Vernichtungsbereitschaft des narzisstischen Gegenübers getroffen. Das kann sich in unterschiedlichstem ausdrücken, wie schon gesagt in der dauerhaften Schuldzuweisung, in den Strafen, die sich diese Personen einfallen lassen. Vom Schweigen über Liebesentzug bis hin zu Bösartigkeiten und manchmal sogar Perversionen.

Beispiele narzisstischer Gewalt

Hierzu mag ich dir ein paar Beispiele nennen, damit auch das Ausmaß der Gewalt deutlich wird, was in dieser psychischen Manipulation liegen kann. Bspw. bekommt die Tochter einer narzisstischen Mutter zum Geburtstag einen Blumenstraß geschickt, sie ist in diesem Beispiel schon Mitte 40. Weil sie die Tochter einer narzisstischen Mutter ist, fühlt sie sich von diesem Geschenk besonders wertgeschätzt und ruft bei der Mutter an, um sich zu bedanken. Daraufhin entgegnet die Mutter „Ach du hast den großen Blumenstrauß bekommen? Das war ein Versehen. Der sollte eigentlich für Frau XY sein, die ja immer am gleichen Tag Geburtstag hat wie du. Da habe ich wohl was falsch gemacht bei dem Blumenlieferant.“. Es wird ihr also mitgeteilt, dass das Geschenk eigentlich gar nicht für sie gedacht war und dass für sie der kleine Blumenstrauß gedacht war. Das ist hochverletzend. Du kannst es vielleicht spüren beim Zuhören, wie sich das anfühlen muss, wenn du sowas am Telefon gesagt kriegst, wo du gerade ein wenig dein Herz geöffnet hast und doch wieder mal so froh bist, dass deine Mutter dich vielleicht doch sieht, an dem Tag, an dem sie dich geboren hat. Das andere Beispiel bezieht sich auf eine Klientin, die eine narzisstische Mutter hatte und zu dem Zeitpunkt noch klein war. Sie bekam einen Hund geschenkt, worüber sie sich unglaublich freute. Ein Hund ist eine intensive Bindungsperson für Kinder und es entwickelte sich eine intensive Bindung zwischen Hund und Kind. Das konnte diese Mutter nicht aushalten, diese gesunde und erfüllende Bindung zu sehen. So dass meine Klientin eines Tages nachhause kam, ein paar Wochen nachdem sie den Hund geschenkt bekommen hatte und der Hund war weg. Der Hund wurde kurzerhand einfach verschenkt, weil sich ein anderes Kind im Bekanntenkreis so sehr einen Hund wünschte und es doch diesem Kind viel wichtiger wäre einen Hund zu haben. Kein Mensch weiß, wo dieser Hund je gelandet ist. Das sind zwei Beispiele die ein bisschen die Bandbreite der Bösartigkeit narzisstischer Bezugspersonen zeigen können.

Die Folgen einer solchen Beziehung

Einfach gesagt, werden die bedürftigen Anteile, die wir als Kinder in uns tragen, beziehungsweise unser bedürftiges Wesen, das wir als Kind sind, nie genährt und nicht geachtet. Was bedeutet, dass es meistens im Inneren der Opfer von narzisstischer Gewalt in der Kindheit noch diesen Anteil gibt, der völlig im Mangel ist und der noch immer in seiner Bedürftigkeit ungesehen ist. Er bleibt oft lange ungesehen, weil natürlich gelernt wurde, über diese Gefühle komplett hinwegzugehen. Oftmals wenden Opfer narzisstischer Gewalt das, was sie von ihren Eltern gelernt haben, später gegen sich selbst an. Das bedeutet, dass die eigenen Bedürfnisse abgewertet werden. Dass der Leistungsanspruch an sich selbst extrem hoch ist. Dass es keine Wärme in das eigene Innere gibt, weil diese bedürftigen Energien, Bedürfnisse, Emotionen, Sehnsüchte und Wünsche immer eine Gefahr waren und deswegen auch später oft von den Geschädigten im eigenen Inneren abgelehnt werden. Oft gibt es auch eine ungestillte Sehnsucht nach dem Gesehen- und Anerkanntwerden. Diese Sehnsucht bleibt oft latent sehr aktiv, sodass man eben immer wieder in die Falle läuft, sich über einen Blumenstrauß zu freuen, um dann eine Klatsche zu bekommen. Sich doch immer wieder den Eltern zuzuwenden, um doch irgendwann Wertschätzung und Anerkennung zu bekommen. Vielleicht greift man doch tatsächlich den Beruf oder man schlägt einen Lebensweg ein, der den Eltern gefallen soll, wobei man niemals die Anerkennung dafür erhalten wird.

Der Weg der Heilung

Wenn etwas davon für dich zutrifft, dann mag ich dir an dieser Stelle sagen, es gehört jetzt zu deinem Heilungsprozess, zu erkennen, dass du an diese Adresse des toxischen Elternteiles niemals ein Bedürfnis richten solltest, weil dort, von dieser Adresse, niemals etwas nährendes kommen wird. Das sei hier in aller Klarheit und Härte gesagt. Ich verweise da nochmal gerne auf die Folge „Wenn die Familie toxisch ist “, weil ich dort zu diesem speziellen Thema noch einige Hinweise gebe. Nun schlage ich direkt den Bogen zu der Frage, was kann helfen zu heilen? Wenn du Opfer narzisstischer Gewalt in der Kindheit wurdest, dann gehört es zu deinem Heilungsweg, wie schon vorhin angedeutet, differenzieren zu lernen. Die Muster deiner Mutter oder deines Vaters zu erkennen und zu erkennen, was du dadurch für Prägungen erhalten hast. Es geht darum, auf diesem Heilungsweg zu erkennen, was du alles an falschen Bildern über dich kreiert und verinnerlicht hast. Was du an falschen Informationen bekommen hast, als falsch zu erkennen. Z.B., dass du so wie du bist, nicht richtig wärst. Das ist eine der absolut falschen Botschaften und Prägungen, die du vermutlich verinnerlicht hast. Dann geht es darum, in diesem Erkenntnisprozess nach und nach und immer mehr aus der Vereinnahmung herauszukommen, aus dem noch immer dienenden und angepassten Dasein, aus dieser Existenz, in der du eigentlich gar nicht vorkommst dich herauszuschälen und dich immer mehr zu emanzipieren und dich zu distanzieren. Und es geht natürlich auch darum, neue Kontakt- und neue Bindungserfahrungen zu machen. Wenn du diesen Podcast hörst, wenn du dich für dieses Thema interessierst, dann bist du schon auf einem Heilungsweg. Dann gibt es sicherlich in deinem Leben bereits Bindungspersonen, denen du vertrauen und denen du dich öffnen kannst. In diesem Sinne möchte ich dich von Herzen ermutigen, dich dir zuzuwenden. Die Differenzierung voranzutreiben, indem du reflektierst und indem du deine Glaubenssätze überprüfst und abgleichst mit dem, was du von deinen toxischen Bindungspersonen gelernt hast. Diese Glaubenssätze und Überzeugungen dann nach und nach abzubauen und sie zu ersetzen mit der Wahrheit, mit der du dich in deinem tiefen Inneren verbinden kannst. Mit der Wahrheit deines unversehrten Selbstes. Dazu findest du schon einiges in vorangegangenen Podcastfolgen. Der Heilungsweg besteht vor allem darin, dir bewusst zu werden, Erkenntnisse zu schöpfen, dich mit der Kraft deines Bewusstseins zu distanzieren und dich dann mit der Kraft deines Wohlwollens ganz um dich zu kümmern, um dich nach und nach zu schützen. Es geht auch darum, deine Anteile, deine inneren Anteile, die vielleicht noch auf deine toxischen Bezugspersonen ausgerichtet sind, sanft, aber bestimmt zu dir zurückzurufen und ihnen klarzumachen, dass du die Adresse bist, für ihre kindlichen Bedürfnisse. So dass sie nach und nach bei dir in Sicherheit sind und dass auch diese Anteile, die so bedürftig und unterernährt sind, in deinem Herzen einen Platz bekommen, wo sie heilen können.

Shownotes:

 

 

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Ich wünsche dir viel Freude und Inspiration beim Lauschen. Ich freue mich riesig über Kommentare (z.B. auf Instagram @kreativetransformation), in denen Du teilst, was Dich in dieser Folge berührt hat. Ich freue mich sehr, dass wir verbunden sind!

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