#75 Warum uns Trennungen so schwer fallen

Transformations - Inspiration

Trennung ist ein Thema, das uns alle im Leben immer wieder einmal betrifft...

 

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In dieser Folge erfährst Du: 

  • dass Trennung ein komplexer Prozess ist
  • auf welchen Ebenen ein Trennungsprozess stattfindet
  • dass innere Anteile immer mit in Beziehung gehen
  • welchen Einfluss Bindungs- und Entwicklungstrauma auf einen Trennungsprozess haben
  • was hilft, um durch eine Trennung hindurch zu kommen und loslassen zu können
  • welche Rolle Trauer dabei spielt

 

Es gibt so unterschiedliche Arten von Trennungen- Trennungen durch Entscheidungen, also wenn Menschen entscheiden auseinanderzugehen oder weil man sich entscheidet in ein anderes Land auszuwandern oder in eine andere Stadt zu ziehen. Oder auch Trennungen durch Tod und starke äußere Einflüsse, auf die man selbst überhaupt keinen Einfluss hat. In dieser Folge soll es explizit um Trennung innerhalb einer Beziehung gehen. Also um das Beenden von Paarbeziehungen, um Trennungen in Partnerschaften. Generell dreht es sich hier auch um das Thema Trauer und Verlust, doch dazu explizit wird es noch eine weitere Folge geben.

Trennungen in Beziehungen

Ich denke, jeder Mensch hat schon einmal so etwas erlebt wie Trennungsschmerz oder den sogenannten Liebeskummer. Diese schwere und ganz einzigartige Zeit nach einer Trennung, die irgendwie mit nichts anderem zu vergleichen ist. Ganz oft bekommt man in solchen Zeiten Ratschläge. Sowas wie „Du musst loslassen“, „Du musst nach vorne blicken“, oder „Sei doch froh, dass die schwierige Zeit jetzt vorbei ist und öffne dich für eine neue Partnerschaft“. Ganz schwierig sind solche Sätze wie „Andere Mütter haben auch schöne Söhne“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden und du wirst schon eine/n tolle/n andere/n Partner/in finden, die/der noch viel besser zu dir passt“. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, wie empfindlich man in solchen Phasen des Verlustschmerzes und der Trauer ist und dass solche Sätze, die die eigenen Gefühlen kleinreden, in diesen Momenten alles andere als hilfreich sind. Ich möchte das Thema Trennung und Verlustschmerz natürlich auch wieder aus der Perspektive der Traumatherapeutin betrachten. Denn so vieles, was wir aus der Traumatherapie oder Psychotraumatologie kennen und Erkenntnisse, die dort geschöpft werden, lässt sich auch gut auf alle anderen Bereiche übertragen. Im Grunde geht es darum unsere Feinheit, unsere Empfindsamkeit und unsere natürlichen Reaktionen auf sehr schwere Erlebnisse und Ereignisse zu verstehen und dadurch in mehr Sanftheit und Wohlwollen und mehr Güte mit uns selbst und anderen zu kommen. Sodass Heilung geschehen kann, sodass schwierige Prozesse überwunden werden können, statt dass sie verdrängt oder zur endlosen Qual werden.

Trennung ist ein Prozess

Trennung ist ein Prozess, der meistens schon eine Weile lang begonnen hat, bevor sich zwei Partner dazu entscheiden auseinanderzugehen. Trennung ist ein sehr komplexer Prozess. Ein Prozess, in dem oft viele Konflikte vorkommen, eine Zeit, in der man sich aneinander aufreibt und sich verletzt, sich vielleicht auseinanderlebt. In der Zeit vor der tatsächlichen vollzogenen Trennung, geschieht schon sehr viel, was trennend wirkt, was die Verbundenheit und Bindung schmälert oder belastet, sodass der Entschluss zur Trennung meist eine Eskalation oder ein Ergebnis des vorangegangenen, bereits stattgefundenen Prozesses ist. Mit der Aussprache der Trennung ist der Trennungsprozess noch nicht vorbei, sondern nur die Trennung vollzogen. Ein anderer Teil des Trennungsprozesses startet. Nämlich der, in dem man allein zu bewältigen hat, was vorangegangen ist und in dem manchmal ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt. Trennung ist ein komplexer Prozess, in dem ganz viele Anteile eine Rolle spielen. In dem ganz vieles im Inneren teil hat und natürlich auch das Äußere eine große Rolle spielt.

Die Ebenen der äußeren und der inneren Welt

Weil Trennung etwas so komplexes ist, möchte ich gerne die verschiedenen Ebenen auf denen Trennung eine Rolle spielt, differenzieren. Es sind ganz einfach gesagt zunächst die Ebenen der äußeren Welt und die Ebenen der inneren Welt. Wenn Menschen lange zusammen gewesen sind, vielleicht ein gemeinsames Leben aufgebaut haben, dann gibt es eine große Bindung im Ausdruck des gemeinsamen Lebens. Vielleicht hat man eine Familie gegründet, ein gemeinsames Zuhause entwickelt und mit Leben und Erinnerungen erfüllt, vielleicht hat man zusammen eine berufliche Karriere gestaltet. Zwei Familiensysteme sind zusammengekommen und es gibt eine gemeinsame Geschichte. Das ist vielschichtig und intensiv. Die inneren Ebenen betreffend ist das Ganze nicht weniger vielschichtig, sondern vielleicht manchmal sogar noch vielschichtiger. Denn auf den inneren Ebenen spielt auch das eine Rolle, was man in der äußeren Welt nicht sieht. Die ureigene Geschichte der eigenen Kindheit und der eigenen Bindungserfahrungen vor dieser Beziehung. Die ganze Geschichte der Prägungen und vielleicht auch traumatischen Erfahrungen, die sich, wie du vielleicht schon weißt, so enorm auf unser Bindungsverhalten und Bindungserleben auswirken. So ist der Schmerz einer Trennung auch komplex und betrifft viele, viele Aspekte im Inneren. Nehmen wir mal an, jemand hat einen Platz im Herzen eines anderen gefunden. Dann ist da ein Gefühl der inneren Zusammengehörigkeit. Wir gehören zusammen, ist etwas was Menschen sagen, die sich sehr verbunden fühlen. Das ist ein Lebensgefühl. Der oder die andere gehört zum Leben dazu. Vielleicht gehört dieser Mensch, den man liebt und der einen Platz im eigenen Herzen hat, empfundener maßen zur eigenen Identität. Das hat nichts mit Verschmelzung zu tun oder mit ungesunden Bindungsebenen, sondern mit dem Gefühl der tiefen, tiefen Verbundenheit. So wie die natürliche, gesunde Beziehung zwischen Mutter und Kind. Eine liebende Mutter wird ein Leben lang das Gefühl haben, dass ihr Kind zu ihr gehört und dass sie ohne ihr Kind jemand anderes wäre. Auch wenn das Kind vielleicht auf einem anderen Kontinent lebt. Diese Verbundenheit hat etwas zu tun mit dem Gefühl der eigenen Identität. Dementsprechend tief gehen dann auch Trennungserfahrungen. Diese tiefe Zugehörigkeit, das tiefe Gefühl der Verbundenheit entwickelt sich auch hinein in das Gefühl des Erlebens der Welt. Also, ich will es vielleicht so ausdrücken, dass die Beziehung, die innig und intensiv ist, so etwas wie ein Lebensgefühl prägt. Also eine innige, tiefe Beziehung oder auch eine intensive Beziehung, wirkt in alle Ebenen der Persönlichkeit und der Identität hinein. Man könnte sagen, eine ganze Innenwelt hat sich auf diese Beziehung und was in ihr gelebt wird, eingeschwungen. Wie du vielleicht merkst, ich spreche jetzt gar nicht über gute Beziehung oder schlechte Beziehung, sondern im Grunde über die Bindungsdynamik, die entsteht, wenn wir jemanden wirklich in unser Herz einlassen. Es gibt im Inneren, wenn man es so betrachten will, verschiedene Anteile, die in dieser Beziehung gebunden sind.

Anteile gehen in Beziehung

Vielleicht hast du schon einige Podcastfolgen von mir gehört, dann weißt du, dass ich die Anteilarbeit sehr gerne mag und dass ich sie sehr hilfreich finde, um uns Menschen zu verstehen. Wenn wir uns an einen anderen Menschen binden, in einer aufrichtigen, in einer intensiven, in einer vielschichtigen Beziehung, dann gehen verschieden Anteile unserer Persönlichkeit in Beziehung. So gehen auch unsere kindlichen Anteile in Beziehung mit dem Partner oder der Partnerin, ganz unwillkürlich, ganz ohne unser Zutun. Weil sie einfach zu uns gehören und in uns lebendig sind. Auch unsere erwachsenen Anteile in ihrer Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit, treten in Beziehung. Das bedeutet in der Folge, dass sich sowohl gesunde Anteile als auch versehrte Anteile binden. Unsere gesunden Anteile, die, die frei und unbeschwert sind, können sich auf „gesunde“ Art und Weise binden. Sie gehen tiefe Bindungen ein, entwickeln Nähe und Achtung und behalten trotzdem ihre Würde, ihre Autonomie, ihre Klarheit und den Bezug zum Eigenen. Unsere versehrten Anteile hingegen sind oft bedürftig. Vielleicht sogar abhängig. Das sind die Anteile, die alte, schmerzliche Erfahrungen, die noch nicht verarbeitet sind, tragen. In den meisten Menschen wirken solche Anteile und spielen noch eine Rolle.

Anteile im Trennungsprozess

Ganz besonders groß ist die Rolle, die diese Anteile spielen, wenn Bindungs- oder Entwicklungstrauma in der Geschichte des sich bindenden Menschen eine Rolle spielt. Die abhängigen und bedürftigen Anteile prägen natürlich auch die Beziehung und spielen schon in der Beziehung eine große Rolle. Aber sie werden besonders spürbar in und nach der Trennung. Wenn wir also einen Trennungsprozess durchzustehen haben, dann ist es so wichtig, sich besonders der eigenen versehrten Anteile bewusst zu sein und was für eine Belastung, was für einen Stress oder was für Trigger diese Anteile in einer Trennung und durch eine Trennung erfahren, und sich deswegen auch bewusst zu sein, dass genau diese Anteile sehr viel Aufmerksamkeit, ganz viel Zugewandtheit und ganz viel Klarheit benötigen. Einfach gesagt wäre es hilfreich, wenn die erwachsenen und unversehrten Anteile sich ganz speziell um die versehrten, kindlichen Anteile kümmern könnten. Das klingt jetzt ein bisschen nach Schema, Theorie oder Konstrukt, aber es ist im Grunde ein generelles Prinzip, das hilft schwierige Situationen und Prozesse zu gestalten. Für verschiedene Anteile sind in Trennungsprozessen verschiedene Dinge hilfreich oder auch heilsam. Das wird vielleicht nochmal deutlicher, wenn man es sich so vorstellt, dass in einem Trennungsprozess verschiedene Anteile in verschiedene Richtungen ziehen. Nehmen wir an, eine Frau möchte sich trennen, bzw. sie kommt zu der Bewusstheit oder zu der Klarheit, dass sie innerhalb dieser Beziehung zu ihrem Partner oder ihrer Partnerin nicht mehr glücklich werden kann. Dass das Leiden zu groß ist, dass der Schmerz zu groß ist und dass es keine ausreichende Perspektive für eine schöne Zukunft gibt, um die Beziehung weiterzuführen. Also kommt der Entschluss zur Trennung. Auf diesem Weg dorthin, zur Trennung und auch danach, wird es verschiedene Richtungen geben, in die verschiedene Anteile ziehen. Das erwachsene, bewusste und unversehrte oder gesundete Ich dieser Frau hat sich durchgerungen zu der Entscheidung der Trennung, weil sie klar sehen kann. Klar, so wie auf einer Metaebene der Vernunft und des vielleicht auch gewachsenen Selbstverstänisses oder des Selbstbewusstseins, das einfach zur Klarheit gekommen ist, dass Trennung der bessere Weg ist. Das heißt, dieser Anteil und die Anteile, die vielleicht dazugehören, wie autonome, selbstbewusste, abgegrenzte Anteile, ziehen in Richtung Trennung. Sie ziehen in Richtung Eigenständigkeit und fördern in diesem Sinne derartige Gedanken, derartige Handlungen, derartige Planungen, innere Bilder und Gefühle. Während im gleichen Prozess versehrte, bedürftige, vielleicht abhängige innere Kind Anteile, die noch nicht wirklich in einem soliden „Heilungsmaß“ angekommen sind, fortwährend getriggert werden. Zunächst einmal ist da Angst vor Konflikt und vor möglicher Trennung, und wenn eine Trennung stattfindet, dann ist da Angst vor Tod, verlassen sein, einsam sein, allein bleiben, fehlender Bedürfniserfüllung, also große, große Not. Wegen dieser Verknüpfungen und im Grunde geprägten Erinnerungen und inneren, automatischen Reaktionen, ziehen die versehrten, bedürftigen, abhängigen, inneren Kind Anteile in Richtung Zusammenbleiben. Oder auch Zurückkehren, Festhalten, Aufrechterhalten, Kämpfen. Das sind zwei innere Pole, die in verschieden Richtungen ziehen. Trennungsprozesse werden dann richtig schmerzhaft und quälend und potenziell traumatisierend, wenn man diese versehrten inneren Anteile übergeht. Wenn man versucht, sie über die Kognition stumm zu stellen. Wenn man versucht, sie wegzudrängen, wenn man sie abwertet als nicht in Ordnung, störend, hinderlich und fesselnd oder vielleicht auch doof und naiv. All diese Bewertungen sind wie starke Selbstverletzungen. Das schlimmste, was diese inneren Kind Anteile spüren als tiefe, geprägte Erinnerung, das ist zumindest meistens der Fall, ist das Gefühl von Verlassenheit. Das Gefühl der hohen Not in der Verlassenheit und Einsamkeit.

Versehrte Anteile anerkennen und akzeptieren

Deswegen ist das Schlimmste, was man in einer Trennungssituation, in einer Trennungsphase, in einem Trennungsprozess tun kann, ist, diese Anteile auch noch selbst zu verlassen in dem man sie negiert. In dem man ihre Bedürfnisse abstreitet oder in irgendeiner Weise abwertet. Ich weiß, dass das leicht gesagt ist und es schnell passieren kann, dass man, wenn man sich diesen Anteilen zuwendet, in ihren Gefühlen versinkt oder das Gefühl hat, von ihren Gefühlen vollkommen überwältigt und absorbiert zu werden. Das ist eine nachvollziehbare Angst und ich glaube das ist etwas, was du und ich und alle Menschen in irgendwann im Leben erlebten Trennungsprozessen gefühlt haben. Ein Überwältigtsein von unglaublich starker Emotion. Das hat einfach so viel zu tun mit unserer Natur, mit unserer menschlichen Natur, die in unserem tiefen, genetischen Code so sehr auf Bindung und Beziehung geprägt und ausgerichtet ist. Wenn sich eine ganze Innenwelt ausgerichtet hat auf einen Menschen, wenn sich die ganze Natur, inklusive der Biologie, in allen Facetten gebunden hat an einen Menschen, dann ist das ein riesiger Prozess, eine Trennung wirklich zu vollziehen. Wir sind empfindsame Wesen, also ist es eine Gratwanderung, bzw. ein Balanceakt oder auch ein Balancefinden zwischen dem eigenen Schützen und Unterstützen der versehrten inneren Anteile und dem Zulassen von Gefühlen, ohne in ihnen zu ersaufen oder sich darin zu verlieren. Hier wird spürbar, wie komplex und tief Trennungsprozesse sein können.

Achte Deine Gefühle

Ein sehr, sehr wichtiges Prinzip, um durch solche Prozesse hindurch zu kommen ist die Achtung vor den eigenen Gefühlen. Das Anerkennen und Akzeptieren, dass selbst wenn die Kognition super klar ist und die Beziehung vielleicht ein quälendes Ausmaß an Unstimmigkeit erlangt hat, es trotzdem innerlich Anteile geben kann, die festhalten, die in Not sind, die zurückwollen, die einfach bedürftig sind. Das anzuerkennen ist einer der wichtigsten Schritte. Das ist ein Anerkennen der eigenen Gefühle. Wenn das geschieht, entsteht der Moment, in dem du dich deinen Gefühlen wirklich zuwendest. In dem du dich dir selbst öffnest und anerkennst, dass trotz Klarheit das Innere leidet.

Vertraue in deine kognitive Klarheit

Um das halten zu können braucht es, das ist der zweite wichtige Schritt, Vertrauen in deine kognitive Klarheit. Dein erwachsenes Bewusstsein, das Werte hat, das ein Bewusstsein für Werte hat, das nicht leichtfertig einer Trennung zustimmt oder sich für eine Trennung entscheidet, hat mit Sicherheit gute Gründe aus er Beziehung austreten zu wollen. Und die inneren Anteile und diese starken Gefühle bringen einen leicht ins Zweifeln. Das emotionale Schwingen in Not will zurück in die gewohnte, in die gesuchte Sicherheit der Bindung. In dem Moment wird die Kognition abgeschaltet. Es ist also wichtig, dass du dir vertraust, dass die Entscheidung zur Trennung nicht leichtfertig gefallen ist und dass ein Prozess vorangegangen ist, der genug Information beinhaltet. Solltest du die Person sein, die verlassen wurde, wirst du auch in diesem Prozess über deine Kognition, über dein wohlwollendes Betrachten der Situation, einige Gründe finden können, die beweisen können, dass es eben schon eine Geschichte und einen Prozess gab, der zu dieser Trennung führt. Dass du, wenn du ehrlich bist, erkennen und sehen kannst, dass du schon eine Weile in einem Trennungsprozess mit deinem Partner/deiner Partnerin warst aber es vielleicht aus verschiedenen Gründen nicht so empfunden hast, empfinden konntest oder empfinden wolltest. Es geht unterm Strich um so etwas wie im weitesten Sinne Annehmen, Akzeptieren und Zustimmen, dass dieser Prozess etwas Wahrhaftiges hat. Egal ob du entscheidest oder jemand anderes. Die Trennung findet nicht erst im Aussprechen der Trennung, in der Beendigung einer Beziehung statt, sondern sowohl vorher als auch nachher.

Konsens erkennen um loslassen zu können

Zusammengefasst, der wichtige Punkt ist, vor allem in deiner inneren Welt, eine Gesamtbewegung deiner in verschiedene Richtungen ziehenden Anteile zu gestalten. Zu fragen, was ist der Konsens, den die Anteile teilen, die in verschiedene Richtungen ziehen. Vielleicht sagt das erwachsene, bewusste, gesunde Ich, das auf der kognitiven Ebene einer Trennung zustimmen kann, „Ich möchte weniger streiten. Ich möchte nicht so viel Konflikt und Reibung in meinem Leben. Streit und Konflikt ist so aufreibend und anstrengend für mich.“. Und vielleicht sagt das versehrte Innere „Ich brauche Sicherheit. Ich habe solche Angst, wenn ich nicht die Sicherheit spüren kann. Immer wenn gestritten wird und Konflikte aufkommen, dann verliere ich mein Gefühl von Sicherheit, weil ich so Angst habe, verlassen zu werden.“. Hier wäre also ein Konsens, dass beide unter den Konflikten in der Partnerschaft so sehr gelitten haben. Dass also beide Anteile, beide Typen von Anteilen sozusagen, sich aus der Konfliktebene entlasten wollen. In der Folge ist es dann wichtig, wenn beispielsweise ein solcher Konsens entdeckt werden kann, die Anteile, die versehrt sind und noch an den Partner gebunden sind, weil sie ihn/sie als sicherheitsgebend, als Adresse wahrnehmen, diese Anteile mit einzuladen, dich selbst als sicherheitsgebend, als haltgebend, als versorgend und als umarmend wahrzunehmen. Das ist also die innere Arbeit, die zu tun ist, wenn es darum geht, eine Trennung gut zu verarbeiten. Die Anteile, die noch aus der Bedürftigkeit und Versehrtheit heraus an den Partner oder die Partnerin also Ex-Partner oder -Partnerin gebunden sind, zu dir zu bringen. Aus der erwachsenen, fürsorglichen und beobachtenden Perspektive, diese versehrten Anteile zu dir zu rufen und für sie liebevoll, zugewandt und wahrnehmend zu sein. Sie zu versorgen, sie in dein liebevolles, wohlwollendes und gütiges Gewahrsein einzuladen. Sodass Abhängigkeit und Bedürftigkeit enden können oder zumindest bei dir gut aufgehoben sind und dann auf dieser tiefen, tiefen Ebene ein wirkliches Loslassen, ein natürliches Loslassen geschehen kann.

Trauer als Teil des Trennungsprozesses

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass es in solchen besonderen Lebensphasen wichtig ist, anzuerkennen, dass es eben tatsächlich ambivalente Gefühle gibt. Ein Gefühl, was auch bei noch so schwierigen und hochproblematischen Beziehungen, die dann zu einem vielleicht sogar erlösenden Ende kommen, trotzdem existiert, ist das Gefühl der Trauer. Im Trauerprozess bei einer Trennung spielt meistens nicht nur der Schmerz oder das zu betrauernde Scheitern der Beziehung eine Rolle, sondern oft auch der Schmerz über das, was nicht gelebt wurde. Über das, was sich nicht erfüllt hat, was verloren gegangen ist ohne, dass es je in die Welt kam. Das klingt paradox aber wenn du es je erlebt hast, wenn du betroffen sein solltest, dann weißt du genau, was ich meine. Es ist das Betrauern des nicht Gelebten, des nicht Erfüllten, manchmal auch einer Lebenszeit, die vielleicht eine schönere Qualität hätte haben können. Auch das zeigt noch einmal wie vielschichtig Trennungsprozesse sein können. In diesem Sinne möchte ich dich einladen immer wieder fein zu differenzieren und die Differenzierung dazu zu nutzen, wohlwollend zu sein mit dir oder mit den Menschen, die du vielleicht begleitest. Ich mag dich einladen, immer wiede, dein Herz zu öffnen und die Komplexität eines Trennungs- oder Trauerprozesses anzusehen und darin die Liebe zu erkennen, zu dir selbst, zu dem Menschen, der mit involviert ist oder auch zum Leben. Ich wünsche dir, wenn du betroffen bist oder für die Menschen, die du begleitest, dass immer wieder und immerzu irgendwie unterschwellig oder manchmal deutlicher spürbar ist, dass solche Prozesse auch sehr tiefe Heilungsprozesse sein können.

 

 

 

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